Gerda vom Tor zum Pfälzer Wald

Es gibt meiner Ansicht nach 4 Wege auf denen man als Züchter wandeln kann, um einen neuen Hund ins Rudel aufzunehmen.

 

Weg 1 - Das Fundament

 Das Fundament ist ein enorm wichtiger Weg, den man beschreiten muss zu Beginn seiner Zucht. Man steht noch ganz am Anfang, hat vielleicht einen oder zwei Hunde und schon mal einen Wurf großgezogen. Aber das Fundament steht noch nicht solide, auf welches man seine Zukunft aufbauen möchte. Man schaut bei anderen Züchtern, klappert zig Webseiten durch im Inn- und Ausland, auf der Suche nach einem Menschen der seine Zucht so oder so ähnlich betreibt, wie man es selbst einmal machen möchte. Diese Recherchen können sich über Monate gar Jahre hinziehen. Immer wieder durchforstet man Nächte lang das WWW nach neuen Seiten, Annoncen und Neuigkeiten. Fieberhaft zermartert man sich den Kopf, stellt dabei sich selbst und alles andere in Frage. Was man weiß, wer man ist und in welche Richtung man gehen möchte. Man übersetzt mühsam Texte ins Deutsche und saugt sämtliche Infos über Zuchtstätten in sich auf um am Ende zu einem Ergebnis zu gelangen.

 

Hat man nun endlich einen vorbildhaften Züchter ausfindig gemacht, ist es gar nicht so leicht, wie man nun annehmen mag.

 

Nein, denn es müssen viele Faktoren stimmen (Optik, Wesen, Gesundheit) der Elterntiere, nicht jeder Hund, nicht jede Verpaarung des Kollegen, entspricht den eigenen Vorstellungen.


 Aber mühsam ernährt sich das Eichhörnchen. Mit etwas Geduld und Ausdauer, nach zig E-Mails und Telefonaten kommt man so als Züchter zu einem passenden Welpen der mit, das Fundament  bilden soll.

 

Weg 2 - Der Planer

 Der Planer ist der Weg den man anstrebt, nachdem die eigene Zucht gewachsen ist und man eine gute und gesunde Basis sein Eigen nennt. Die ersten eigenen Würfe sind in den neuen Familien angekommen und man weiß allmählich, wer man ist und wo man steht. Nun plant man, man plant weit, manchmal schon Jahre im Voraus eine Verpaarung, mit dem festen Wunsch aus Selbiger, Nachwuchs ins Rudel aufzunehmen.

 

Man kennt die Elterntiere, weiß über deren Wesen und Gesundheit bescheid, man weiß, dass das Ergebnis nur gut werden kann.

 

Liegt nun der eigene Wurf aus dem man sich schon lange geplant einen Welpen behalten möchte, kommt nun die Herausforderung: Die Einschätzung der Welpen. Da hat man nun vielleicht 6 oder auch 7 Welpen vor sich, die man natürlich alle bereits ab der Geburt in sein Herz geschlossen hat und nun foltert man sich selbst, indem man sich zu einer Entscheidung zwingt. Ich muss euch sagen, das ist alles andere als leicht. So lange hat man gewartet und alle sind doch wunderbar.

 

Da zu diesem Weg aber auch viel rationelles Denken und eben auch planen gehört, kommt man irgendwann zu einem Punkt, an dem man weiß welcher Welpe bleiben wird, welcher bei uns sein Forever Home bereits gefunden hat.

 

Weg 3 - Der Überfall

 Der Überfall ist ein Weg den man nicht planen kann, auf dem man sich plötzlich befinden und niemand mehr sagen kann wie man hier eigentlich hingeraten konnte. Der Überfall setzt voraus, dass man einen Wurf plant. Tolle Elterntiere mit erstklassige Gesundheitswerten, mit toller Optik und einem vereinnahmenden Wesen. Man plant einfach den Wurf nach seinen Vorstellungen ohne Hintergedanken.

 

Und dann, ja dann kommt es so, wie es kommen muss. Einer der Zwerge schleicht sich ganz langsam und beharrlich in unser Herz.

 

Zu Beginn leugnet man alles, sucht Ausflüchte, wie: Es ist nicht der richtige Zeitpunkt, keinen Platz...

 

Man leugnet und verdrängt.  Ertappt sich aber immer wieder dabei, wie man genau diesen einen Welpen mit Herzen in den Augen minutenlang ansieht und immer wieder denkt: Bist du so schön/Bist du so toll/Ach wenn ich einen Welpen behalten wollen würde, dann dieser

 

Und da wir Züchter auch nur Menschen mit einem Herz sind, kommt es dann manchmal so, dass wir überfallen werden. Überfallen von Gefühlen und Emotionen, so bleibt einfach manchmal, völlig ungeplant ein kleiner Zwerg für immer.

 

 Weg 4 - Der Was mach ich denn jetzt

Der “was mach ich den jetzt" ist der Grund wieso Gerda unser Rudel bereichert. Dieser Weg ist verwandt mit dem Überfall, verläuft aber in anderen Phasen. Auf diesem Weg dürfte ich bisher genau einmal wandeln, gemeinsam mit Gerda. Diesen Weg kannte ich bisher nicht, er ist gepflastert mit Steinen aus Trauer, Hoffnung und Zuversicht. Dieser Weg ist kein leichter er ist steinig und schmerzhaft.

 

Manchmal, spielt das Leben anders als geplant, Umstände verlagern sich schlagartig und man steht vor einem Scherbenhaufen, den man versucht zusammen zu halten. Zu Beginn dieses Weges stand Gerdas Familie genau an dieser Kreuzung, eine Kreuzung an der man eine schwere Entscheidung treffen muss. Mit 8 Wochen zog Gerda in Ihre Familie, sie wuchs voller Liebe und Zuneigung auf, bereitete ihrer Familie viel Spaß und Freude. Dennoch kam es anders als geplant, so erhielt ich eines Tages eine Nachricht das Gerdas Familie sich schweren Herzen von ihr trennen muss.

 

 Völlig überrumpelt, willigte ich kurzfristig ein Gerda wieder bei uns aufzunehmen. Im Rudel angekommen verlief alles reibungslos, Gerda fühlte sich wohl und man merkte ihr nicht an, dass Sie die ersten Monate ihres Lebens nicht bei uns verbracht hatte.

 

 Nun nach dem sich die ersten Wogen gelegt hatten, kam ich an die Kreuzung: Was mach ich denn jetzt?

 

Sollte ich für Gerda eine neue Familie suchen? Behalten wir sie?

 

Monate vergingen und Gerda war einfach nicht mehr aus unserem Rudel weg zu denken und so kam es wie es kam. Gerda blieb.

 

Nun stellten wir uns die nächste Frage: Soll sie in die Zucht? Aus diesem Grund ließen wir bei Gerda alle für uns üblichen Untersuchungen vornehmen und was soll ich sagen, alles perfekt.

 

Ja so kamen wir zu einem Hund, den wir nie geplant hatten, der aber nun auch nicht mehr wegzudenken ist.

Gerda ist eine Tochter von unserer Skyler und dem wundervollen Rüden Bourbon.

 

Zuchttauglichkeitsprüfungsergebnisse:

 

HD: A/A frei

 

ED: 0/0 frei

 

OCD: 0/0 frei

 

PL: 0/0 frei

 

Augen: CEA, RD, PHTV/PHPV, Katarakt und PRA frei

 

DNA-Untersuchung: frei (WT/WT) in allen getesteten Erbkrankheiten